| Senioren-Weltmeisterschaft am 16.-29.11.2003 | |
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Ein Waldkircher bei der Schach WMKarl Molez vom SC Waldkirch 1910 e.V. erreicht bei der Senioren Schach-WM in Bad Zwischenhahn den 106. RangEinmal an einer Weltmeisterschaft teilnehmen? Im Schach ist es nie zu spät dafür. Die diesjährige Schach-WM der Senioren fand in Deutschland statt und damit fiel der Entschluss für Karl Molez nicht schwer. Der Wettkampf mit den Schachheroen der 70iger Jahre um die Weltmeisterschaft reizte den Mannschaftsführer der ersten Mannschaft des SC Waldkirch natürlich. Der Turniermodus versprach ein spannendes Turnier. In elf Runden nach Schweizer System sollte der Weltmeister gekürt werden. Im Schweizer System werden immer Spieler mit gleicher Punktzahl gegeneinander gelost, sodass jeder Spieler trotz des großen Teilnehmerfelds meist gegen etwa gleich starke Spieler antreten muss. Insgesamt traten bei den Männern 272 Teilnehmer der Jahrgänge 1943 und älter an, bei den Seniorinnen spielten 22 Spielerinnen ab Jahrgang 1953. Tatsächlich war das Turnier nicht nur sehr gut besucht, sondern auch stark besetzt. Der Favorit Großmeister Mark Taimanov aus Russland war der Gegner Bobby Fischers im Halbfinale um die Weltmeisterschaft. Auch die deutschen Vorkämpfer, der Großmeister Wolfgang Uhlmann und Großmeister Hecht, waren am Start. Ingesamt waren 51 Titelträger, davon 10 Großmeister am Start. Für Karl Molez, der nach Wertungszahl an Stelle 170 von 272 Teilnehmern stand, war natürlich das Dabeisein alles. Doch nach einem sehr erfolgreichen Start war natürlich der Ergeiz geweckt. In der ersten Runde remisierte Karl Molez gegen den nationalen Meister (FM) Ilkka Kanko aus Finnland. Damit war eigentlich schon alles erreicht, doch in der nächsten Runde wartete wieder ein Titelträger, der Schweizer FM Peter Hohler. Diesmal konnte Karl Molez sogar gewinnen. Mit 1,5 von 2 Punkten bekam er nun natürlich sehr starke Gegner zugelost, so dass er in der dritten Runde auf den Bundesligaspieler Hans Werhan aus Magdeburg antreten musste und überrraschend wieder Remis spielte. Nach einem so fulminanten Start kam leider die befürchtete Schwächephase mit zwei Niederlagen in Folge. Danach hatte Karl Molez sich wieder gefangen und holte noch vier Punkte aus den folgenden sechs Partien. In der letzten Partie hatte er sogar Gewinchancen wollte aber sein gutes Gesamtergebnis nicht gefährden und remisierte früh. So konnte er mit sechs Punkten aus elf Partien den 106. Platz einnehmen. Weltmeister wurde der internationale Meister (IM) Yuri Schabanov aus Russland. Natürlich war das Turnier auch eine gesellige Veranstaltung. Neben den anstrengenden Partien mit bis zu sechs Stunden Spieldauer gab es natürlich auch entspannende Veranstaltungen, so zeigte der ehemalige Weltklassespieler Mark Taimanov bei einem Klavierkonzert, dass er nicht nur das Schachspiel beherrscht. Für Karl
Molez war es ein gelungenes Turnier und bestimmt nicht die letzte Weltmeisterschaft.
Die nächste WM findet wieder in Deutschland in Halle statt und
Karl Molez ist schließlich ein Nesthäkchen unter den Schachsenioren,
der älteste Teilnehmer konnte mit seinen 87 Jahren schließlich
sein Vater sein.
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